Bioseparation wird digital: Startup bringt Spannung in mechanische Trenntechnologie

Bioseparation wird digital: Startup bringt Spannung in mechanische Trenntechnologie 150 150 Innovationsstarter Hamburg

Vier Inves­to­ren finan­zie­ren das wei­te­re Wachs­tum der i3 Mem­bra­ne GmbH. Der High-Tech Grün­der­fonds (HTGF) aus Bonn, der Inno­va­ti­ons­star­ter Fonds aus Ham­burg, die Mit­tel­stän­di­sche Betei­li­gungs­ge­sell­schaft Sach­sen mbH (MBG) aus Dres­den und ein US-Pri­vat­in­ves­tor inves­tie­ren ins­ge­samt einen 7‑stelligen Euro-Betrag in die wei­te­re Ent­wick­lung und Markt­ein­füh­rung neu­er Fil­ter und Trenn­tech­no­lo­gien. Ultra­dün­ne Metall­schich­ten auf han­dels­üb­li­chen Mem­bra­nen las­sen sich mit elek­tri­scher Span­nung auf­la­den und fan­gen gela­de­ne Nano­par­ti­kel wie Viren und Zell­gif­te – regel­bar mit dem Com­pu­ter. Bio­tech­no­lo­gi­sche Pro­zes­se wer­den dadurch effi­zi­en­ter und ein­fa­cher. Fil­ter wer­den klei­ner und umweltfreundlicher.

„Unse­re neue Trenn­tech­no­lo­gie besteht aus der Appli­ka­ti­on ultra­dün­ner Metall­schich­ten auf han­dels­üb­li­chen Poly­mer­mem­bra­nen ohne deren Poro­si­tät zu beein­flus­sen. Die Mem­bra­nen, die Par­ti­kel und bio­lo­gi­sche Stof­fe wie bei­spiels­wei­se Bak­te­ri­en bis­her rein mecha­nisch fil­tern, kön­nen nun zusätz­lich die 10 bis 100-fach klei­ne­ren Viren fan­gen – und das durch die elek­tri­sche Ladung der Metall­schicht von nur 1 Volt“, erläu­tert Dr. Ste­phan Brin­ke-Sei­ferth, Geschäfts­füh­rer der i3 Mem­bra­ne GmbH. 

Die­se Erfin­dung führt die bis­her rein mecha­ni­sche Trenn­tech­nik in das digi­ta­le Zeit­al­ter. Die meis­ten bio­lo­gisch akti­ven Ver­bin­dun­gen wie bei­spiels­wei­se Pro­te­ine, Anti­kör­per, Viren oder DNA besit­zen eine Ladung. Über eine ent­ge­gen­ge­setz­te Ladung las­sen sich die­se Stof­fe fan­gen (adsor­bie­ren). Bis­her erfolgt dies über fest instal­lier­te Ladungs­trä­ger auf Mem­bra­nen oder Ober­flä­chen. Will man die Stof­fe wie­der frei­set­zen (des­or­bie­ren), braucht es bis­her zusätz­li­che Che­mi­ka­li­en wie Säu­ren oder hohe Salz­kon­zen­tra­tio­nen. Mit der elek­trisch lad­ba­ren Mem­bran las­sen sich Adsorp­ti­on und Desorp­ti­on nicht nur ver­ein­fa­chen son­dern auch digi­tal regeln. Dadurch kön­nen auch Stof­fe abge­sto­ßen wer­den, die Mem­bran­fil­ter ver­stop­fen. Die Fil­ter kön­nen klei­ner und damit kos­ten­güns­ti­ger dimen­sio­niert wer­den. Die i3 Mem­bra­ne hat ihren Markt­ein­tritt mit einem beson­ders kom­pak­ten Ste­ril­fil­ter, der Pati­en­ten vor Kei­men im Kran­ken­haus schützt, erfolg­reich absol­viert. Wei­te­re Pro­duk­te sind im Bereich der Bio­tech­no­lo­gie und Dia­gnos­tik und in der Was­ser­auf­be­rei­tung in Entwicklung.

Der Markt für Mem­bra­nen weist welt­weit ein Jah­res­um­satz von 15 Mil­li­ar­den US-Dol­lar auf und wächst mit etwa zehn Pro­zent pro Jahr. Die Hälf­te der Umsät­ze wird im Medi­zin- und Phar­ma­be­reich erzielt. Dabei sind Fil­ter­mem­bra­nen aus Kunst­stof­fen, die in den 1960er Jah­ren des letz­ten Jahr­hun­derts ent­wi­ckelt wur­den, nach wie vor markt­be­stim­mend. Ziel der i3 Mem­bra­ne GmbH ist es, Kunst­stoff­mem­bra­nen zu funk­tio­na­li­sie­ren und dadurch zusätz­li­che Trenn­ei­gen­schaf­ten mit­tels digi­ta­ler Steue­rung in vie­len Anwen­dungs­be­rei­chen zu etablieren.

„Uns hat der intel­li­gen­te, aber trotz des­sen ein­fa­che Pro­duk­ti­ons­pro­zess und die neu­en Eigen­schaf­ten der Fil­ter­mem­bra­nen über­zeugt. Wir freu­en uns sehr, das erfah­re­ne Team beim Wachs­tum des Unter­neh­mens zu unter­stüt­zen“, kom­men­tiert Mari­an­ne Mer­tens, Invest­ment­ma­na­ger beim High-Tech Gründerfonds.

„Wir hal­ten die neue Trenn­tech­no­lo­gie der i3 für tech­no­lo­gisch äußerst inno­va­tiv und gehen davon aus, dass damit eine neue Genera­ti­on von Mem­bra­nen – auf­bau­end auf die­ser Platt­form-Tech­no­lo­gie – geschaf­fen wer­den kann“, begrün­det Dör­te Bun­ge vom Inno­va­ti­ons­star­ter Fonds Ham­burg das Investment.

Die i3 Mem­bra­ne GmbH wur­de im April 2013 mit Unter­stüt­zung des Helm­holtz-Zen­trums Dres­den-Ros­sen­dorf gegründet.

Ansprech­part­ner für wei­terführen­de Informationen:

i3 Mem­bra­ne GmbH
Dr. Ste­phan Brinke-Seiferth
Tel.: 040 257674810
e‑mail: s.brinkeseiferrth@i3membrane.de
www.i3membrane.de

High-Tech Gru­en­der­fonds Manage­ment GmbH
Mari­an­ne Mertens
Schle­gel­stra­ße 2
53113 Bonn
Tel.: +49 228 823001–00
Fax: +49 228 823000–50
m.mertens@htgf.de
www.high-tech-gruenderfonds.de

IFB Inno­va­ti­ons­star­ter GmbH
Dör­te Bunge
Besen­bin­der­hof 31
20097 Hamburg
Tel.: +49 40 657980595
bunge@innovationsstarter.com

Helm­holtz-Zen­trum Dresden-Rossendorf
Dr. Chris­ti­ne Bohnet
Pres­se­spre­che­rin am Helm­holtz-Zen­trum Dresden-Rossendorf
+49 351 260 2450
c.bohnet@hzdr.de

Mit­telständi­sche Betei­li­gungs­ge­sell­schaft Sach­sen mbH (MBG)
Patrick Krahl
Anton-Graff-Stra­ße 20
01309 Dresden
Tel.: +49 351 4409–130
patrick.krahl@mbg-sachsen.de