Besser imkern mit KI

Besser imkern mit KI 2560 854 Innovationsstarter Hamburg

Die Soft­ware-Platt­form von HIVESOUND digi­ta­li­siert und opti­miert die Arbeits­ab­läu­fe von Imker*innen mit­hil­fe eines KI-Sprach­as­sis­ten­ten. Zudem geben Sen­so­ren im und am Bie­nen­stock früh­zei­tig Aus­kunft über Anoma­lien. Die IFB Inno­va­ti­ons­star­ter för­dern das Start­up mit ihrem Pro­gramm InnoFounder.

Grün­den heißt ler­nen. Und für Kevin Kraus und Juli­an Obrecht, Grün­der von HIVESOUND, war eines sei­ner zen­tra­len Lear­nings die Ent­wick­lung eines Pro­duk­tes, das den kla­ren Mehr­wert für die Kund*innen in den Mit­tel­punkt stellt und ein­fach zu kom­mu­ni­zie­ren ist. „Ange­fan­gen haben wir mit der Ana­ly­se von Stres­s­er­schei­nun­gen bei Bie­nen anhand des Sum­mens“, erzählt Kraus. Dar­aus ent­stand ein Imker-Manage­ment-Sys­tem, das die Bienenhalter*innen ent­las­tet und die Betreu­ung der Völ­ker ver­bes­sert. Denn Imkern ist auch Bürokratie.

Julian Obrecht und Kevin Kraus, Gründer von HIVESOUND
Juli­an Obrecht und Kevin Kraus, Grün­der von HIVESOUND

 

Sanft­mü­tig oder aggres­siv, wie ver­hal­ten sich die Bie­nen? Haben sie genü­gend Fut­ter? Wie ist das Mus­ter auf der Brut­wa­be? Wann wur­de die Köni­gin zuletzt gese­hen? Wie viel Honig wur­de von wel­chem Volk geern­tet? Din­ge wie die­se notie­ren Imker*innen auf Stock­kar­ten, meis­tens mit Stift und Papier. HIVESOUND digi­ta­li­siert die­sen Pro­zess, die Imker*innen spre­chen ihre Beob­ach­tun­gen in die App, das Sprach­mo­del doku­men­tiert, kata­lo­gi­siert und wer­tet die­se Infor­ma­tio­nen aus. „Alle Anga­ben sind an einem Ort und die Imker haben die Hän­de frei für ande­re Din­ge“, sagt Kraus.

Die App ist das Kern­an­ge­bot von HIVESOUND. Eine Erwei­te­rung umfasst Sen­so­ren, die in oder am Bie­nen­stock ange­bracht sind. Sie erfas­sen Umwelt­da­ten wie das Wet­ter oder den Blü­ten­stand, mes­sen Tem­pe­ra­tur, Luft­feuch­tig­keit oder Gase im Bie­nen­stock, des­sen Gewicht und auch die Schall­fre­quenz der Bie­nen –  alles Infor­ma­tio­nen, die Aus­kunft über den Gesund­heits­zu­stand der Völ­ker geben und letzt­lich zur Stei­ge­rung der Honig­pro­duk­ti­on füh­ren. Zukunfts­mu­sik ist ein digi­ta­ler Bie­nen­stock-Zwil­ling, der auf Grund­la­ge der Daten kon­kre­te Hand­lungs­emp­feh­lun­gen gibt. „Der­zeit kon­zen­trie­ren wir uns dar­auf, den Imkern eine Soft­ware anzu­bie­ten, der sie lang­fris­tig ver­trau­en kön­nen und die ihnen hilft.“

Hivesound-Gründer Kevin Kraus und Julian Obrecht im Einsatz am Bienenstock

 

Die Ziel­grup­pe von HIVESOUND sind in ers­ter Linie Hob­by- und Nebenerwerbsimker*innen. Rund 150.000 gibt es in Deutsch­land, Kraus ist einer von ihnen. Sei­ne Völ­ker bewoh­nen den Gar­ten sei­nes Ver­mie­ters in Stel­lin­gen. Der Wirt­schafts­in­for­ma­ti­ker ist erst im Lau­fe des Pro­jekts zum Imker gewor­den, das sei­nen Ursprung in einem Semi­nar an der Uni­ver­si­tät Ham­burg hat­te. Dar­in ging es unter ande­rem um den Infor­ma­ti­ons­ge­halt des Sum­mens im Bienenstock.

Die tech­ni­sche Her­aus­for­de­rung, mit moder­nen KI-Tech­no­lo­gien etwas Sinn­vol­les zu schaf­fen, gepaart mit der Fas­zi­na­ti­on für die Honig­bie­ne, machen für den Infor­ma­ti­ker Kraus den Reiz der Grün­dung aus. Ihre Idee kam an: So waren Kraus und Co-Grün­der Juli­an Obrecht einer der Gewin­ner der Ham­burg Inno­va­ti­on Awards. Die IFB Inno­va­ti­ons­star­ter för­dern HIVESOUND im Pro­gramm Inn­o­Foun­der. Das Pro­gramm unter­stützt neu­ar­ti­ge, digi­ta­le Grün­dungs­vor­ha­ben mit maxi­mal 75.000 Euro. Die Höhe der Zuwen­dung beträgt pau­schal 2.500 Euro pro Monat und ist auf maxi­mal drei Per­so­nen und 18 Mona­te begrenzt. „Dass wir jetzt ein kla­res Pro­dukt mit einem ein­deu­ti­gen Mehr­wert haben, haben wir Inn­o­Foun­der zu ver­dan­ken“, meint Kraus.

9,90 Euro pro Monat kos­tet die Pro-Ver­si­on der Soft­ware im Jah­res-Abo, ein Star­ter-Paket gibt’s bereits ab 4,90 Euro, die ers­ten Kund*innen haben eines der bei­den abge­schlos­sen. Mög­lichst vie­le sol­len in die­sem Jahr hin­zu­kom­men. Kraus ist da opti­mis­tisch. „Es gibt immer mehr jun­ge, tech­nik­af­fi­ne Imker, die total an Ver­bes­se­run­gen für ihr Hob­by inter­es­siert sind.“

 

 

Bild Credits

  1. Hive­sound
  2. Jakob Mewes
  3. Hive­sound

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